Da bin ich wieder und.. hab ich es doch gewusst.. cronos enttäuscht nicht.
Ich halte die heutige Ukraine nicht für fähig zu einer zeitnahnen Entwicklung, die westeuropöischen Werten enspricht, 2, 3 Genrationen bedarf es sicher, wenn es denn aus reinen Mantalitätsgründen überhaupt zu schaffen ist.
Ich habe diese Wiederholung rassischen oder rassistischem Gedankengutes zur Kenntnis genommen und möchte dich, nun schon mindestens zum 3. mal auffordern dazu Stellung zu beziehen, wie du dir das mit der von dir geforderten "ethnisch sauberen" Ukraine, sprich Ostukraine vorstellst !
Mir sind dazu auf meiner Reise noch viele Fragen gekommen:
. wer bestimmt die Gebiete ?
- wichtiger noch, was ist ethnisch sauber, wie definiert sich das und wer bestimmt das ? ( Kommissar für Rassenfragen ?.. ist nicht vor ganz wenigen Wochen im Zentrum der Moskauer Macht davon gefaselt wurden, das die Russen die wahren Arier und die wahren Träger der konservativen, europäischen Kultur seien ? )
- was ist mit den Millionen von Menschen in der ganzen UA, die dann nicht mehr "ethnisch sauber" sind ? Werden die dann hin und her deportiert ? (nicht das die, deren Lied du singst damit keine praktischen Erfahrungen haben )
Aber zurück zum wesentlichen. Vielleicht hast du dich, werter cronos, im Übereifer vergallopiert, als du die Existenz eines Planes der RF zur .. wie soll man es nennen ?... ich glaube, Unterwerfung ist der richtige Begriff.. also.... Unterwerfung der Ukraine bejahtest.
Um zu verstehen worum es geht muss man weit zurückblicken, mindestens bis in die Jahre 1999/2000.
In nachfolgender Leseprobe eines Buches von B.Reitschuster kann man gedanklich noch einmal zurückreisen:
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Nun sind die Gedanken in jener Leseprobe nicht ganz zuende gedacht. Denn es wird die Frage nicht beantwortet, wie Putin an der richtigen Stelle stehen konnte als man da stehen musste.. wie ein richtig guter Stürmer im Fussball. Und was ist der Stürmer ohne seine Mannschaft ?
Wir landen dann sofort bei der "Petersburg-Connection". Was klingt wie ein Filmtitel gibt es in der Realität und die Leute mit ihren Verbindungen haben dem kränkelnden und taumelnden Jelzin den Putin als "Retter in der Not" ( siehe Leseprobe oben) untergejubelt.
Ein beispielloser Coup von Geheimdienst , Militär und altem Apparat.
Sie schoben dem, der den Putsch gegen Gorbatschow maßgeblich zu Fall brachte den unter, der die Ziele des Putsches doch noch umsetzen sollte.
Es ging nicht um Ideologie oder Russland, es ging ( und geht )um Geld .. und natürlich. um dieses Geld ungestört machen zu können.. um Macht.
Wie sich Russland seitdem entwickelte kann man ansatzweise hier nachvollziehen:
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Es gibt auch eine ersten Teil davon.
Auf Wikipedia findet man eine unvollständige Auflistung der Petersburg-Connection. Intreressierte können sich Namen für Namen ergoogeln, ihre geschäftlichen Verbindungen und Beziehungen ergründen ( es ist sehr vorteilhaft das auf russisch zu tun) und schon das unvollständige Spinnennetz, was sich da ergibt wird einen wahlweise erstaunen machen oder erschauern lassen.
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Aber seis drum. Wichtiger ist noch die im Jahr 2000 erschienene russische Militär- oder besser militärpolitische Doktrin. Vielleicht ist sie deutschen Sicherheitsexperten entgangen, aber wer genau liest wird erkennen, das sich ihre Umsetzung in der beispiellosen, seit 2004 laufenden Kampagne gegen die UA wiederfindet. Sie wurde 2008 ergänzt und präzisiert.
zu 2000 findet man hier ein paar gedanken, von denen etliche von den Zeitläufen überholt wurden:
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2004, Putin saß längst fest im Sattel, trat die Ukraine aus dem Schatten Ein Wahlergebnis, das für einen Moskau günstig scheinenden Kandidaten sprach wurde vom Unterlegenen angezweifelt und von der "orangenen Revolution" zunichte gemacht. Ich gebs gern zu, keiner weiss, ob Janukowitsch per Wahlfälschung damals mehr manipulierte als Juschtschenko, ob das Ergebnis der Stichwahl nicht tatsächlich das wahre Stimmenverhältnis wiedergab. Und es gibt starke Indizien dafür das der Westen damals wesentlich an Organisation und Finanzierung jener Revolution mitwirkte.
Seis drum, spätestens damals begann man in Moskau den "Ukraine-Plan" zu entwickeln. Entsprechend eines Denkens wie zu Zeiten des kalten Krieges, der ja auch in den Köpfen von Usern hier weiterlebt, wie die Verwendung von Begriffen wie "Pufferstaat" beweist.
2004 jedenfalls begannen die Wirtschaftskriege der RF gegen die Ukraine, die sich bis heute fortsetzen. Mal betraf es Stahl, mal Milchprodukte, mal Fleisch, manchmal einiges zur gleichen Zeit.
Doch dann begannen die Gaskriege. Im ersten Konflikt 2005/2006 redete man noch über Preise von 160-230 Dollar je 1000Kubik, was lächerlich klingt angesichts dessen, was später kam.
Und angesichts dessen, was man noch zuvor verhandelt hatte:
Am 9. August 2004 einigten sich beide Staatsunternehmen auf die Zusatzklausel 4. Für den Erdgastransit sollte die Ukraine 1,09 Dollar je 1000 Kubikmeter und 100 Kilometer erhalten. Außerdem war die Ukraine berechtigt, russisches Erdgas zu einem Fixpreis von 50 Dollar je 1000 Kubikmeter zu beziehen. Gemäß dem Zusatz sollte der Preis bis Ende 2009 nicht geändert werden.[2]
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ein gewaltiger Preissprung. Bei dem folgenden Deal wurde die UA förmlich betrogen::
Am 4. Januar 2006 einigten sich beide Länder darauf, den Konflikt beizulegen.[17] Es wurde ein Vertrag unterzeichnet, der fünf Jahre gültig sein soll. Gazprom wurde die gewünschte Preiserhöhung gewährt, der Konzern verkauft das Gas über den Zwischenhändler RosUkrEnergo und erhält dafür 230 Dollar je 1000 Kubikmeter. RosUkrEnergo bekam von der Ukraine ihre Kaufrechte auf das weitaus billigere turkmenische Erdgas zu 50 Dollar und verkaufte ihr anschließend einen Mix aus russischem und turkmenischem Gas für einen Preis von 95 Dollar. Der Anteil des turkmenischen Gases bei diesem Mix beträgt etwa zwei Drittel, der des russischen etwa ein Drittel.
Es wurde auch beschlossen, den Tarif für den Erdgastransit von 1,09 Dollar auf 1,60 Dollar je 1000 Kubikmeter und 100 Kilometer zu erhöhen. Dies gilt sowohl für das russische Gas nach Europa, als auch für das turkmenische Gas in die Ukraine. Laut einem Gazprom-Sprecher würden die Tarife je nach Marktlage schwanken.
Die meisten Analysten waren der Ansicht, dass somit beide Seiten ihr Gesicht wahren konnten.
Erreicht hat dieses Ergebnis mitunter der Generalsekretär des Europäischen Rates Javier Solana,..
ebenfalls selber artikel von wikipedia
Es widerlegt die Analysten im Rückblick und macht deutlich, das die UA unter Vermittlung der EU fürmlich über den Tisch gezogen wurde.
Das ist der Satz, der der UA in Folge bis heute zum Verhängnis wurde:
RosUkrEnergo bekam von der Ukraine ihre Kaufrechte auf das weitaus billigere turkmenische Erdgas zu 50 Dollar...
2007/2008 bekam das Ganze eine neue Dimension.
Eine Menge blabla und Feilscherei, was erstaunlich ist, waren doch die Konditionen bis 2011 geklärt sein sollten, Gespräche und dann das:
Das Problem der Gasschulden der Ukraine für das Jahr 2008 scheint in der Zwischenzeit gelöst, wobei nach russischen Angaben immer noch die vertraglichen Gebühren in Höhe von etwa 650 Millionen US-Dollar für den Zahlungsverzug ausstehen. Streitpunkt ist im neuen Jahr jedoch hauptsächlich der Preis der Gaslieferungen an die Ukraine. Ursprünglich bot Gazprom der Ukraine an, Gas für 250 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter zu beziehen,[37], was nur knapp unter dem durchschnittlichen Weltmarktpreis für Gas liegt, den Gazprom für das Jahr 2009 erwartet. Dieser liegt bei 260 bis 300 Dollar.[38] Die ukrainische Seite war indes nur zu einem Preis von 201 bis maximal 235 US-Dollar bereit und verwies wiederholt auf eine Vereinbarung von Oktober 2008, nach welcher der Gaspreis für die Ukraine zwar auf Weltmarktniveau steigen solle, jedoch schrittweise über die nächsten drei Jahre verteilt. Nach dem Abreisen der ukrainischen Delegation erklärte Gazprom-Chef Alexei Miller, das Gas für die Ukraine künftig für 450 US-Dollar verkaufen zu wollen, was voraussichtlich mehr ist, als die westeuropäischen Länder 2009 zahlen werden.
450 Dollar !!!! Der Preis für die deutschen Einkäufer lag im fraglichen Zeitraum bei rund 300-325 Dollar, für die Schweiz ( wahrscheinlich, weil sie Putins Milliarden bewachen) bei 280 Dollar.
Egal, Timoschenko unterschrieb, auch wieder auf Drängen der EU.
Dann kam das Jahr 2010, Janukowitsch an die Macht und mit ihm schien für Moskau wieder alles möglich. Der "Pufferstaat" eben. Abramovitsch, der 2003/2004 mit seinem auf Geheiss des Kremls versuchten Griffs auf die ostukrainischen Stahlindustrie gescheitert war an der Orangenen Revolution und ukrainischen Gerichten würde eine neue Chance bekommen.. oder eben ein anderer. Man würde die Ukraine Schritt für Schriit in ein zweites Weissrussland verwandeln.. aber vorsichtig, die Ukrainer sind zäh und widerspenstig. Vorsicht war jedoch nur bei den politischen Veränderungen und da nur nach den ersten brachialen Vorgängen angesagt, wirtschaftlich jedoch ging man sofort in die Vollen. Man änderte das Recht und die Namen jener, die das recht vertraten. Man enteignte, verteilte um, zog mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln in den Krieg um Neu-und Umverteilung. Ein Präsidentensohn und ein Generalstaatsanwalt wurden so zu Multimillionären, Gesetze geschaffen (zB das zu erneuerbaren Energien), deren direkte und einzige Nutzniesser unter den Ministern Janukowitschs und ihren Familien zu finden sind.
Und Janukowitsch betonte von Anfang seines Wahlkampfes bis zum Ende seiner Präsidentschaft immer folgendes. "Der Weg der Ukraine in die Europäische Union ist unumkehrbar".
es haben ihm viele diese offenkundige Lüge geglaubt. Und gehofft, wenn dies eintrete würde viel anderes an Unrecht, Korruption und betrug ein Ende finden.
Aber...er hat viel versprochen, was im Rahmen des Assoziierungabkommens gefordert wurde, aber nichts umgesetzt. Er hatte nie, nie die Absicht zu unterschreiben. Er hatte nie die Absicht noch mal eine "Wahl" zu verlieren.
Der "Ukraine-Plan" war ihn zu einem Lukaschenko zu machen. Inclusive jenes Systems. Und sollte das scheitern ( ich glaub, man dachte nicht an einen Maidan wie jetzt erlebt, sondern eher an eine Wahl die er trotz aller Fälschungen 2015 verliert oder an Unruhen um diese Wahl oder die sie begleitenden Massnahmen) würde man das in Gang setzen, was wir jetzt erleben. Szenarien mit mehreren Möglichkeiten, von Plan B bis XXX...
Die Krim kassieren, im Osten und Süden Unruhen anzetteln und in der Folge vom Nordosten bis Südwesten die UA zerschlagen. Stahlwerke, Rüstungsbetriebe, Gasfelder erobert, Landzugang nach Transnistrien und auf die Krim, wenn es geht vergleichbare Begehrlichkeiten bei Ländern wie Ungarn wecken. Die Ukraine zerschlagen.
Lieber cronos, einen ethnisch sauberen Staat schaffen ?
Ein Schlusswort: das alles in vollkommen unvollständig. Eine Anregung selber die Verbindungen zu suchen.
Ich saß gestern früh in einer kleinen französichen Stadt am Meer früh in einem Cafe. Über das Wasser kann man auf das gegenüberliegende Saint Tropez schauen. Malerische Umgebung.
Um mich herum Russen, fast ausschliesslich mittlerweile franz. Staatsbürger. Reichtum machts möglich.
Gesprächsthema etwas, was nicht malerisch ist, die Ukraine, Krieg.
Das am selber Tag noch fast 300 Menschen in einem Verkehrsflugzeug sterben weiss noch keiner.
"Ihr..." und damit meinte er uns im Westen, sagt einer: "... versteht den Kreml nicht. Es geht nicht um Ideologie, um Kränkungen, Geschichte. Es geht um Geld. Es ist ein Spiel, wie Schach. Er zieht und ihr tut das, was er erwartet. Er wird weiterspielen bis ihr ihn überrascht.. und erst dann denkt er nach."
Wer "er" ist dürfte klar sein.
Und werter cronos, um auf deinen anfangs zitierten Satz zurück zu kommen. Vielleicht haben wir sehr unterschiedliche Vorstellungen von europäischen Werten. Ich hoffe sogar, das das so ist. Gott behüte, das ich mal in einem staat wie aus deinen Wünschen und Vorstellungen leben muss. ich hab ihn einmal überlebt, das reicht.
Deine Vorstellungen jedenfalls sind ganz offensichtlich nicht meine.
So wie die von Russland, seiner Regierung praktizierten und artikulierten nicht meine sind.
Die Ukrainer sind reifer für dieses Europa als viele andere, als du in jedem Fall:
Ich war bei letzterem dabei. Sie sind prachtvoll, sie wissen, worum es geht. Sie sind echte Europäer. Deshalb kämpfen sie jetzt auch !
ich möchte dir,cronos, dir ganz speziell, aber auch jedem anderen diesen Film empfehlen:
Historische Betrachtungen sind sicher wichtig, unterhaltsam, was auch immer.
Nett für die Kneipe, den Hörsaal, das Cafe am Strand.
Aber die Menschen leben heute. Sie haben heute ihre Träume und Hoffnungen, ihre Ziele. Man sollte sie hören.
Wer es als Mittel politischen Stils oder zur Erreichnung eigener Ziele als richtig erachtet die Regeln der Demokratie ausser Kraft zu setzen und
politische Minderheiten in den Kampf gegen die Mehrheit zu hetzen sollte aufpassen, das ihn das nicht einholt.
Genau das ist in der Geschichte noch so ziemlich immer passiert.
Generall scheint es ja so zu sein, das mit einem Faschismus-Vorwurf gerne der politische Gegner diffamiert wird , "mit dem Nazi-Vorwurf kann man heute immer noch punkten"
stimmt, genau das haben sich du und der Kreml in Bezug auf die UA gedacht.....
upps, eines noch:
du schreibst, warum muss die ukraine der EU nacheifern, dem Westen, warum nicht Mittler sein ?
Vielleicht kann die UA das , die menschen, die die UA sind. Aber offensichtlich wollen sie es nicht. Sie wollen die Europäische Union in grosser Mehrheit.
Die Gründe dafür sind sicher offensichtlich, aber nebensächlich. Weil wir das nicht zu entscheiden haben.
Wir können über für und wider debattieren.
Aber die Entscheidung liegt bei den Ukrainern und Ukrainerinnen. Und sie haben sich bei der Präsidentschaftswahl klar positioniert und sie werden es bei den Parlamentswahlen tun.
Und es ist genau das, warum Moskau interveniert, was Moskau, du und deinesgleichen nicht akzeptieren wollen, nämlich die souveräne Entscheidung eines mündigen Volkes in seinem souveränen Staat. Mithin akzeptieren Moskau, du und deinesgleichen die grundlegendsten Prinzipien der Demokratie nicht. Labert von Volk und meint Führerprinzip.
Und das führt zum Krieg und ist der Kern des Vorwurfes an die ganze Bagage.